Als die Lettern laufen lernten

Im Beitrag vom 19. August 2009 („Facebook would be the 4th largest country in the world“) berichteten wir über den rasanten Medienwandel durch das Internet. In kaum überschaubarer Weise ändert sich nicht nur das Medium, sondern auch die Art der Kommunikation. Diese Entwicklung ruft aber auch viele Kritiker auf den Plan. Sie sehen in der Geschwindigkeit, mit der neue Medien, und vor allem das Internet, fast alle Bereiche des alltäglichen Lebens erobern eher eine Gefahr als eine Chance.

Die Ausstellung „Als die Lettern laufen lernten – Medienwandel im 15. Jahrhundert“ in der Bayerischen Staatsbibliothek in München eröffnet nun einen interessanten Blickwinkel auf diese Diskussion. Bereits vor 500 Jahren rief das damals neue Medium – der Buchdruck – ähnliche kritische Stimmen hervor. Viele Auseinandersetzungen bezüglich des damit einhergehenden Gesellschaftswandels zu dieser Zeit können laut Veranstalter auf heute übertragen werden.

Welche Parallelen man tatsächlich ziehen kann, muss wohl jeder mit einem Besuch der Ausstellung für sich entscheiden. Es scheint aber auf alle Fälle interessant zu sein, die Diskussion um die Vor- und Nachteile des aktuellen Medienwandels mit einer historischen Komponente zu bereichern. Ob sich die Fahrt nach München lohnt, ist fraglich, wer sowieso das Oktoberfest besucht, kann sich aber vielleicht trotzdem einen kulturellen und medialen Seitensprung erlauben.

Weitere Informationen unter:

http://www.bsb-muenchen.de/Einzeldarstellung.403+M541bca65648.0.html

Jürgen Rösch

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