SES Astra plant Servicegebühr für Free-TV in HD-Qualität

In der Vorlesung „Einführung in die Medienökonomie“ im Sommersemester 2009 wurde der Fall ProSiebenSat.1 – SES Astra behandelt. In dem Fall beabsichtigte der Satellitenkonzern SES Astra im Jahr 2006 die von ProSiebenSat.1 betriebenen Privatsender und RTL zu verschlüsseln und für den Empfang der Sender eine Gebühr von 3,50 Euro pro Monat zu erheben. Das Bundeskartellamt leitete damals aufgrund vermuteter Kartellierung von ProSiebenSat.1 und RTL ein Verfahren ein. Das Verfahren wurde später eingestellt, als die Sender sich dazu entschlossen, eine Verschlüsselung nicht mehr vorzunehmen.

In der Vorlesung wurde die Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender diskutiert. Diese plädierten gegen eine Verschlüsselung, obwohl deren Marktanteile aufgrund der Verschlüsselung vermutlich gestiegen wären. Als einer der Gründe dafür wurde eine „Raising-Rivals‘-Costs“-Strategie ausgemacht.

Am 7. September 2009 referierte nun der Vorstandsvorsitzende des Satellitenbetreibers SES Astra Ferdinand Kayser im Rahmen der zurzeit stattfindenden Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin über den erneuten Versuch des Konzerns, zusätzliche Einnahmen durch Erhebung einer Gebühr für den Empfang von Free-TV-Programmen zu erwirtschaften.

Das im Juni 2009 angekündigte Geschäftsmodell, vom Endkunden eine Servicegebühr für den Empfang von Free-TV- Programmen zu erhalten, soll Haushalten ermöglichen, die frei empfangbaren TV-Kanäle RTL, ProSieben, Kabel1, Sat1 und VOX in HD-Qualität zu empfangen. Das dem Handelsblatt zufolge umstrittene sogenannte HD+ soll am 1. November dieses Jahres starten, für eine notwendige Smartcard seien rund fünf Euro fällig.

Einem Interview im Handelsblatt vom 3. September 2009 zufolge verspricht sich der ZDF-Intendant Markus Schächter einen Wettbewerbsvorteil in Form von mehr Zuschauern gegenüber den privaten Sendern. Von negativen Konsequenzen für ARD und ZDF ist vorerst nicht die Rede.

Thomas Jaschinski

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Dipl.-Ökonom Thomas Jaschinski Technische Universität Ilmenau Institut für Volkswirtschaftslehre Fachgebiet Wirtschaftstheorie Ernst-Abbe-Zentrum Ehrenbergstraße 29 98693 Ilmenau Zi. 2232 Postfach 10 05 65 98684 Ilmenau Tel.: +49 3677 69 4070 Fax: +49 3677 69 4203 E-Mail: thomas.jaschinski@tu-ilmenau.de Sprechzeit: Dienstag, 14.00 - 15.00 Uhr - und nach persönlicher Absprache Wissenschaftlicher Werdegang * Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Wirtschaftstheorie Forschungsschwerpunkt * Medienökonomie

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