Finnische Regierung im Kampf gegen "Weiße Flecken"

Im Rahmen der Veranstaltung „Medienökonomie II“ referierte Dr. Ulrich Heimeshoff von der Universität Düsseldorf am 1. Juli 2009 zum Thema „Innovationen und Investitionen auf Telekommunikationsmärkten“. Im Vortrag nahm Dr. Heimeshoff Bezug darauf, dass eine moderne Telekommunikationsinfrastruktur für Privat- wie auch Firmenkunden von höchster Relevanz sei. Mit Hilfe moderner Kommunikationsmöglichkeiten werden Daten- und Nachrichtenübermittlungen schneller, einfach und kostengünstiger. Kurz: Transaktionskosten werden gesenkt. Auch in Bezug auf empirische Untersuchungen gelte ein positiver Einfluss einer qualitativ hochwertigen Telekommunikationsinfrastruktur auf das wirtschaftliche Wachstum einer Region als gemeinhin hinreichend belegt.

Da es für Telekommunikationsunternehmen, wie z.B. die Deutsche Telekom AG (DTAG), aber aufgrund der höheren Bevölkerungsdichte lohnenswerter sei, in Breitbandnetze in Städten zu investieren als in ländlichen Gegenden, bleiben einige Regionen nicht ans Breitbandnetz angebunden, sogenannte „Weiße Flecken“ entstehen. Auch wenn die Bundesregierung eine 100%-Deckung fordere, kann dies Dr. Heimeshoff zufolge nicht als ökonomisch effizient angesehen werden, da vermutlich auch trotz Breitbandanbindung in einigen Regionen Deutschlands kein wirtschaftlicher Aufschwung zu erwarten sei.

Das Thema aufgreifend berichtet Spiegel Online in Bezug auf den finnischen Rundfunksender YLE über eine (fast uneingeschränkte) Breitband-Garantie, die die finnische Regierung in der vergangenen Woche seinen Bürgern gegeben hat. Im Juli 2010 soll ein Gesetz erlassen werden, das den finnischen Internetusern ein einklagbares Recht auf einen 1-Megabit-Breitbandanschluss gibt. Bis 2015 soll die garantierte Internetgeschwindigkeit gar auf 100-Megabit erhöht werden. Dem Bericht zufolge sei eine solche Breitband-Garantie schon aus anderen Ländern wie der Schweiz oder Australien bekannt.

Dass ein Breitband-Anschluss positive Auswirkungen auf das wirtschaftliche Wachstum hat, wird nicht bestritten. Ob eine solche Breitband-Garantie für alle Regionen des Landes aber als ökonomisch effizient angesehen werden kann, steht zur Diskussion…

Thomas Jaschinski

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Dipl.-Ökonom Thomas Jaschinski Technische Universität Ilmenau Institut für Volkswirtschaftslehre Fachgebiet Wirtschaftstheorie Ernst-Abbe-Zentrum Ehrenbergstraße 29 98693 Ilmenau Zi. 2232 Postfach 10 05 65 98684 Ilmenau Tel.: +49 3677 69 4070 Fax: +49 3677 69 4203 E-Mail: thomas.jaschinski@tu-ilmenau.de Sprechzeit: Dienstag, 14.00 - 15.00 Uhr - und nach persönlicher Absprache Wissenschaftlicher Werdegang * Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Wirtschaftstheorie Forschungsschwerpunkt * Medienökonomie

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