Medien – Märkte – Meinungen

M-Blog: Der Blog der Düsseldorfer Wettbewerbsforscher

Ralf Dewenter Die scheinbare Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Ralf Dewenter, am 29. November 2009 um 16:12

In den letzten Tagen und Wochen wurde viel über das ZDF, über dessen Chefredakteur Brender, über den hessischen Ministerpräsidenten Koch und über die Neuwahl des Chefredeakteurs durch den ZDF-Verwaltungsrat berichtet. Nun ist die Entscheidung gefallen – Brender wird abgesetzt. Im Internet wurde das Ergebnis mit zum Teil deutlichen Worten kommentiert. So titelt Spiegel Online: „Deutschland ist jetzt Berlusconi-Land“, die Überschrift auf Sueddeutsche.de lautet „Im Selbstbedienungsladen – Union missbraucht ZDF“. FAZ.net ist da zwar zurückhaltender („ZDF-Chefredakteur Brender muss gehen“), spricht aber auch von einem „blamablen Gezerre(s)“ und sieht eine „öffentliche Beschädigung“ des ZDF-Intendanten. Schon vor der Entscheidung haben 35 Staatsrechtler am 22. November 2009 in einem offenen Brief eindringlich an die Vertreter im ZDF Verwaltungsrat appelliert, sich nicht an der „beabsichtigten staatlichen Einflussnahme“ zu beteiligen.

Während aus juristischer

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Thomas Fahrig Die Scheidung ist perfekt – drum prüfe wer sich ewig bindet?!

Thomas Fahrig, am 23. November 2009 um 18:09

Am 10. Dezember ist es nun so weit. Time Warner bringt seine schon im Jahr 2003 degradierte Tochtergesellschaft „AOL“ als eigenständiges Unternehmen an die Börse. Dabei war es Anfang 2000 AOL, welche das nach damaligen Umsätzen (aber nicht nach Aktienwerten) größere Medienunternehmen mit eigenen Aktien einen Antrag machte und zu „AOL Time Warner“ fusionieren wollte. AOL hatte in der Hochzeit der „New Economy“ einen Marktwert von rund 165 Milliarden US Dollar (Time Warner „nur“ 83 Mrd. USD). Zusammen wurden sie nach der Fusion mit 350 Mrd. USD am Markt bewertet.

Ziel der Fusion war es, die Vorteile aus der Konvergenz von Medien (Time Warner) und Telekommunikation (AOL) als integriertes Unternehmen auszunutzen. Dass diese Vorteile auch von den Marktakteuren gesehen wurden zeigte sich daran, dass der Kurs von

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Jürgen Rösch Rupert Murdoch gegen den Rest der Welt?

Jürgen Rösch, am 19. November 2009 um 13:15

Rupert Murdoch macht ernst! Nachdem der Medienmogul schon mehrfach seinen Unmut über die „Gratiskultur“ im Internet geäußert hat, sollen nun die Onlineangebote der „Times“ und der „Sunday Times“ komplett kostenpflichtig werden. Der Zugang zur Webseite soll, laut Medienberichten, umgerechnet knapp einen Euro pro Tag kosten. Dies entspricht in etwa dem Preis der Printausgabe der Times.

Das Konzept Informationen und Inhalte im Internet nur gegen Bezahlung anzubieten ist indes nicht neu. Das Wall Street Journal, auch Teil der News Corp., schaffte es, als eine der wenigen Zeitungen, online kostenpflichtige Inhalte anzubieten und damit auch erfolgreich zu sein. Dennoch bleibt es interessant zu sehen, wie die Leser der Times auf diesen Schritt reagieren werden. Es wird sich zeigen, ob Rupert Murdoch die Zeichen der Zeit richtig deutet und tatsächlich eine Abkehr… Mehr

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Thomas Jaschinski Zwischenbilanz der neuen Quotenmessung

Thomas Jaschinski, am 12. November 2009 um 10:34

Es ist mittlerweile auch in Deutschland möglich, die zeitversetzte Nutzung von TV-Inhalten zu messen. Seit Juli werden nicht mehr nur die direkt ausgestrahlten Inhalte gezählt, sondern auch die aufgezeichneten auf Festplattenrekordern, DVD-Rekordern sowie Videorekordern.

Die hinzugewonnenen Quoten haben dabei teilweise herausragende Werte. So konnte die Serie „Smallville“ die Zahl ihrer werberelevanten Zuschauer durch die zeitversetzte Nutzung um 50% steigern. Den größten Erfolg im zeitversetzten TV-Genuss erfahren momentan die Soaps mit rund 2% Zuwachs. Die Einführung der Messung führt zu einer genaueren Erfassung der Sehdauer, die jetzt um 0,3% in der werberelevanten Zielgruppe höher ist. Dabei wird ca. die Hälfte der aufgezeichneten Sendungen noch am selben Tag rezipiert, ein Drittel am darauffolgenden Tag. Tage 2 und 3 haben kaum noch eine Gewichtung. Die Messung erfolgt in Deutschland ohnehin nur bis… Mehr

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Thomas Jaschinski Google spricht sich für Meinungsfreiheit aus: Macht sich der Bock selbst zum Gärtner?

Thomas Jaschinski, am 5. November 2009 um 11:28

Die wirtschaftswissenschaftliche Medienökonomie beschäftigt sich seit jeher mit der Untersuchung von Vielfalt in Medienmärkten. Als Beispiel ist hier das bekannte Steiner-Modell aus dem Jahr 1952 zu nennen, das die Auswirkung von Wettbewerb auf Vielfalt hinsichtlich der Programmgestaltung untersucht. Der Vielfaltsbegriff in Medienmärkten lässt sich aber mittlerweile nicht nur auf die Programmgestaltung, sondern auch auf Vielfalt der vertretenen Meinungen, insbesondere im Internet beziehen. Das Recht der freien Meinungsäußerung ist in Deutschland in Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert. Dort heißt es „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten (…) Eine Zensur findet nicht statt.“ Im Rahmen der Diskussion um eine vorgenommene Zensur werden häufig Suchmaschinenbetreiber, wie z.B. Google, genannt. Die deutsche Ausgabe von Google – www.google.de – darf beispielsweise nicht auf Inhalte… Mehr

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