EU bewilligt Kauf von Sun durch Oracle – ruhe sanft MySQL

Die Europäische Kommission bewilligt den Kauf von Sun Microsystems Inc. durch Oracle. Am 20. April 2009 wurde der Kauf für 7,4 Milliarden Dollar durch Oracle bekannt gegeben. Oracle ist der hinter Microsoft und IBM weltweit drittgrößte Softwareanbieter. Zu den berühmtesten Produkten gehört die sehr bekannte Datenbank „Oracle“. Der Markt für proprietäre Datenbanken ist sehr hoch konzentriert. Der Marktanteil der drei größten Unternehmen (IBM, Microsoft und Oracle) beträgt 85 Prozent.

Zunehmend ist das Unternehmen auch in den Markt für Geschäftsanwendungen von Unternehmen aktiv und ist somit direkter Wettbewerber der deutschen SAP AG.

Sun dagegen ist ein kleinerer amerikanischer Software- und Hardwarehersteller. Besondere Produkte aus diesem Haus sind Java und die Open Source Softwares „Open Office“ und „MySQL“ (MySQL wurde erst Anfang 2008 von MySQL AB gekauft). „MySQL“ zählt mit zu den weltweit berühmtesten und weitverbreitetsten Datenbanken (besonders unter den Open Source Datenbanken) und ist somit der Hauptkonkurrent zu Oracle. „MySQL“ wird auch für Webanwendungen im Internet genutzt wie zum Beispiel für die Enzyklopädie wikipedia.

Die Fusion wird höchstwahrscheinlich dazu führen, dass die Weiterentwicklung von über kurz oder lang „MySQL“ eingestellt wird – Oracle bestreitet dies dagegen. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass es weitere Open Source Anbieter gibt, bei denen die Kunden eine kostenlose Datenbank bekommen können. Zudem hat ihre Untersuchung des Marktes ergeben, dass die OS Datenbank  „MySQL“ und die proprietäre Datenbank „Oracle“ keine reinen Substitute sind. So wird „Oracle“ hauptsächlich im „High-end Bereich“ genutzt.

Jedoch würden mit dem Wegfallen von „MySQL“ herbe Veränderungen im Markt für Datenbankanwendungen eingehen. So ist es zwar theoretisch möglich, dass die Nutzer dann auf andere Open Source Datenbanken umsteigen. Dessen ungeachtet würde ein nicht unbedenklicher Teil zu Oracle wechseln, da sie sowieso schon wechseln müssen. Dies würde nicht nur zu einer verminderten Innovationstätigkeit im Datenbankmarkt, sondern auch in nachgelagerten Märkten, die auf Datenbanken aufbauen, führen. Der Großteil der kostenlos angebotenen Webanwendungen passiert auf das günstige und einfach zu unterhaltene Zusammenspiel des Webservers „Apache“ und der Datenbank „MySQL“. Müssten hier Lizenzgebühren bezahlt werden, wären einige Geschäftsmodelle, besonders in der Gründungsphase, nicht mehr tragbar.

Somit wäre es durchaus ratsam für die Europäische Kommission gewesen, als Auflage für Oracle, den Verkauf von „MySQL“ zu verlangen.

Wenn Oracle mit dem Zukauf seine Marktstellung im Datenbankmarkt ausbauen kann, ist es auch sehr spannend zu sehen, wie SAP darauf reagiert. Oracle steht im Verruf, mit den Gewinnen aus dem Datenbankgeschäft die Unternehmensanwendungssparte quer zu subventionieren (weitere Infos zu OS und Unternehmen).

Hintergrundmusik: Alice in Chains – Down In a Hole

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