Google, Pinky und der Brain

Bei CARTA findet sich ein sehr lesenswerter Artikel von Christoph Kappes, der sich mit der aktuellen zum Teil sehr negativen Berichterstattung über Google beschäftigt. Er enthält – entgegen üblicher Vorwürfe über mögliche Weltbeherrschungsphantasien – eine interessante Auflistung der betroffenen Geschäftsfelder und zeigt mögliche Strategien des Unternehmens auf. Vor allem wird eine nüchterne Betrachtung vollzogen, ohne sich dem allgemeinen „Google-Bashing“ anzuschließen. Einige typische Kritikpunkte, die immer wieder erhoben werden, werden kritisch analysiert und mit einer rationalen Gewinnmaximierungsstrategie erklärt.

Im Mittelpunkt der Analyse steht dabei das Argument, dass alle Aktivitäten von Google auf den Werbemarkt ausgerichtet sind. Google macht jedoch genau genommen mehr als das; das Unternehmen verbindet die Netzwerke, die es geschaffen hat miteinander und nutzt die Netzwerkeffekte zwischen den Teilnehmern der einzelnen Gruppen. Und darin ist Google sehr geschickt. Die Werbung ist (und bleibt wohl auch) das wichtigste Produkt des Unternehmens, jedoch können bedingt durch das Ausnutzen der Beziehungen zwischen den einzelnen Netzwerken auch andere Finanzierungsquellen erschlossen werden. Dies gilt gerade im Bereich der Infrastruktur, wie etwa der Cloud-Dienste. Einige dieser Dienste dienen zwar durchaus dem Zweck die Attraktivität der Netzwerke für die Webekunden zu erhöhen oder auch Informationen über die Nutzer zu generieren. Ebenso lässt sich die Aufmerksamkeit der Nutzer aber auf neue Produkte lenken, die im Hardware- bzw. Infrastruktur-Bereich liegen.

Zum Ende des Artikels nennt der Autor dann selbst vier Bereiche, die als potenzielle „Gefahrenfelder“ angesehen werden. Auch über diese Bereiche lässt sich natürlich trefflich streiten. In jedem Fall wird hier jedoch der Versuch unternommen eine differenzierte Analyse vorzunehmen und ökonomische Argumente von anderen zu trennen. Von Verschwörungstheorien zum Glück jedoch keine Spur.

Pinky: „Was wollen wir denn morgen Abend machen, Brain?“
Brain: „Genau dasselbe wie jeden Abend, Pinky. Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen.“

Ralf Dewenter

Share and Enjoy:
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • email link Google, Pinky und der Brain
  • Twitter
Ralf Dewenter
Ralf Dewenter
Prof. Dr. Ralf Dewenter Helmut-Schmidt-Universität Universität Holstenhofweg 85 22043 Hamburg

2 Kommentare

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.