Is Facebook really the final thing? – Web Economy vs. Competition Policy

In einem neuen Workingpaper mit dem Titel The Web Economy, Two-Sided Markets and Competition Policy analysiert David S. Evans kurz und übersichtlich wichtige Aspekte der Online Welt im Zusammenhang mit Wettbewerbspolitik.

Er gibt beispielsweise zu bedenken, dass man die Geschwindigkeit der Innovationstätigkeit in einer Branche auf alle Fälle berücksichtigen muss, wenn die Dominanz einer Firma beurteilt werden soll. Während vor 10 Jahren Microsoft das Sorgenkind Nr. 1 war, hat sich das Gewicht deutlich hin zu Google verlagert. Die Frage wie und ob man Marktmacht in einem Markt auf einen anderen übertragen kann, hat damit eine ganz neue Qualität angenommen.  

Außerdem ist es für neu in den Markt eintretende Plattformen zuerst wichtig die ciritcal mass an Benutzern zu erreichen. Bereits bestehende Plattformen können insofern versuchen über exklusive Verträge mit den Hauptkundengruppen zu verhindern, dass Markteintritte stattfinden. 

Auch die Tatsache, dass Endkunden im Internet üblicherweise keine Preise bezahlen kann problematisch sein. Ignorieren die Wettbewerbsbehörden Kunden nur deshalb, weil es keinen positiven Preis auf diesen Markt gibt, laufen sie Gefahr wichtige Wohlfahrtseffekte aus den Augen zu verlieren. Sind Märkte über indirekte Netzwerkeffekte verbunden, müssen die Auswirkungen auf allen betroffenen Märkten betrachtet werden.  

Eines der größten Probleme bleibt allerdings die genaue Marktabgrenzung. Durch Mashups zum Beispiel – also die Ausweitung des eigenen Geschäftsfeldes in ein komplett anderes Geschäftsgebiet wie das Bezahlsystem square des Gründers von Twitter- verschwimmen die Grenzen zwischen Märkten. Besonders in Bezug auf Marktmachtmessung fällt es dann schwer die üblichen Methoden anzuwenden oder anzupassen. 

Es ist somit damit zu rechnen, dass es neue und kreative Wege geben wird Märkte zu monopolisieren. Aber umgekehrt auch, dass es pro-wettbewerbliche Erklärungen dafür geben wird, die auf den ersten Blick verdächtig wirken. Die Frage wird immer sein, ob diese Maßnahmen der Effizienzsteigerung dienen und damit wünschenswert sind oder ob anti-competitive Überlegungen dahinter stecken.  

Alles in allem gibt David S. Evans einen leicht lesbaren und unterhaltsamen aber dennoch sehr informativen Überblick über derzeitige Probleme und Fragestellungen, die die Internetökonomie betreffen.

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