„Woman on a Mission“ – Erlebnisbericht der DLDwomen Konferenz 2010

Heiß war nicht nur das Wetter, sondern auch die anregenden Diskussionen der Konferenz des DLDwomen (Digital, Life, Design) vom Hubert Burda Media Verlag am 10. und 11.06.2010. Die DLD-Geschäftsführer Stephanie Czerny und Marcel Reichart und Schirmherrin Maria Furtwängler boten ein vielfältiges Programmerlebnis. Unter dem Motto „The Female Decade“ sprachen hochgeschätzte internationale Experten und Expertinnen aus den Bereichen Digital, Wirtschaft, Design, Medien, Gesellschaft, Gesundheit, Politik und Wissenschaft über den weiblichen Einfluss in der modernen Gesellschaft.
Den Auftakt dazu gab Antonella Mei-Pochtler (Boston Consulting Group): „Trotz Blut, Schweiß und Tränen, Frauen sollten die Herausforderung annehmen und den Willen haben, sich in der Welt der Männerdomäne durchzukämpfen, um eine Verbesserung des Zustandes zu bewirken.“
So beziehen Frauen in Top-Positionen oft geringere Gehälter als ihre männlichen Kollegen und werden als Vorgesetzte nicht vollständig akzeptiert. Obwohl mittlerweile der Frauenanteil der Studierenden größer ist als der Männeranteil und über 80 Prozent der Frauen die Kaufentscheidungen des Haushaltes treffen, seien sich viele Frauen ihrer Macht in der Gesellschaft nicht bewusst.
Dagegen hielt die Professorin der London School of Ecoomics, Cathrine Hakim eine charmante Vorstellung ihrer “Theorie des erotischen Kapitals” –etwas, das Frauen haben und Männer wollen. So stelle Erotik einen Vermögensgegenstand dar, den Frauen in der Regel mehr besitzen als Männer, weil sie härter an ihrem Sozialverhalten arbeiten und mehr in ihr Äußeres investieren. Die Relevanz dessen zeige sich besonders im Arbeitsmarkt, in den Medien, der Politik und Werbung. Im Vergleich zur „feministischen Theorie“, nach der es nicht gelang, den Patriarchalismus zu bezwingen, sieht Catherine in der „Theorie des erotischen Kapitals“ die Macht der Frauen, aus ihrem Aussehen, Charisma und Auftreten soziale und wirtschaftliche Vorteile in politischen Systemen, Vorstandsetagen und in der Gesellschaft gegenüber den Männern zu erzielen.
In einem waren sich die Rednerinnen und Diskussionsteilnehmer jedoch einig: Es braucht eine „kritische Masse“ weiblich besetzter Führungspositionen, damit sich die Situation für Frauen nachhaltig verbessern kann.
Daneben gab es für die richtige Würze im Privat- und Berufsleben die passenden Rezepte in der Gesprächsrunde „How to cook your life“ zwischen Regisseurin Doris Dörrie und FREUNDIN-Chefin Ulrike Zeitlinger. Dabei ist das richtige Rezept das „Konzept des Nicht-Konzepts“: „Dinge funktionieren manchmal einfach nicht im Leben, aber man muss trotzdem lernen, glücklich mit dem Moment zu sein und auch mal wagen, blöde Ideen auszuprobieren!“, so Dörrie.
Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und dem veränderten Mediennutzungsverhalten war besonders die Debatte über „Die Zukunft der Medien aus Sicht der Frauen“ von großer Bedeutung. Immerhin verbringen Frauen 8 Prozent mehr Zeit im Internet als Männer und dominieren in sozialen Webseiten wie Blogs und Communities. Die Experten der Konferenz (u.a. Katharina Borchert, Chief Executive Officer von Spiegel Online) prognostizierten hier eine höhere Zahlungsbereitschaft und Akzeptanz für Paid-Content in den kommenden fünf Jahren durch die Erschließung neuer Distributionswege, wie Applikationen für iPhones und iPads.
In diesem Rahmen wurde auch über Innovationen des E-Commerce diskutiert. Die aktive Mitgestaltung durch das Web 2.0 gewinnt immer mehr an Bedeutung. Den im April 2007 gegründeten Mode-Blog Les Mads.de besuchen täglich eine halbe Million User, daher wird er schon als die Frauenzeitschrift der neuen Generation bezeichnet. Bei polyvore.com wird den Usern die Möglichkeit geboten, Mode nicht nur zu entdecken, sondern auch selbst zu erstellen und sich durch einen interaktiven Austausch über Mode gegenseitig Ratschläge zu geben.
Weltstars wie der brasilianischer Bestseller-Autor Paolo Coelho („Der Alchimist“) und die berühmte Architektin Zaha Hadid, die im Jahr 2004 als erste Frau den Pritzker-Preis gewann, gaben der Konferenz zusätzliches künstlerisches Flair. In der schönen Sommernacht heizte Sängerin Gabriella Cilmi („sweet about me“) mit ihren Tönen den 500 nationalen und 50 internationalen Besuchern ein.
Frauenpower bewies auch die schottische Rennfahrerin Susi Stoddart, die für Mercedes fährt und als einzige Frau im Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) die Männer weit hinter sich lässt. Eindrucksvoll schloss die zweitägige Veranstaltung mit dem Thema „Women on a Mission“. Gäste waren u.a. Juliana Rotich von Ushahidi, die ein Crowdsourcing Portal aus Afrika betreibt, Joana Breidenbach von betterplace.org, Özlem Denizmen von DOGUS Grubu, die sich für die finanzielle Unabhängigkeit der türkischen Frau einsetzt, oder Isabell Maxwell von Global Water Solutions. Alles in allem war die Mission, eine bessere Welt für Frauen zu schaffen.

Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link:
http://www.dld-women.com/about.php

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