Facebook auf Rezept? Twitter statt Sport? Problemlösungen mittels Sozialen Online Netzwerken!

Der Liebe leichte Schwingen trugen mich,
Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren;
Und Liebe wagt, was irgend Liebe kann,
Drum hielten deine Vettern mich nicht auf.

(Romeo zu Julia in Capulets Garten)

Haben das nicht schon alle gewusst? Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook sind gut für die Nutzer. Logisch. Eine halbe Milliarde Menschen auf Facebook können ja nicht verkehrt liegen. Jetzt kommt aber der wissenschaftliche Beweis* dafür.

Neuroökonom Paul Zak (Spitzname: Dr. Love) hat an dem Journalisten Adam L. Penenberg den Einfluss der Twitter Nutzung untersucht. Während der Twitter Nutzung hat Penenberg sowohl Tweets gelesen als auch neue verfasst (vorrangig hat er auf Anfragen geantwortet). Er hat somit das soziale Netzwerk aktiv genutzt.

Dr. Love hat durch Blutproben vor und nach der 10-minütigen Sitzung zum einen den Oxytocinwert und zum anderen die Stresshormonwerte Cortisol und  Adrenocorticotropin gemessen. Die Stresshormone nahmen um 10,8% und 14,9% ab. Dabei spielt es, nach Dr. Love, für das Gehirn keine Rolle, ob es sich um direkte (Face-to-Face) Verbindungen der Personen handelt oder ob sie lediglich online verbunden sind und somit weite Entfernungen zwischen ihnen liegen können. Der positive Einfluss der Freundeanzahl auf die Gesundheit eines Menschen wird schon seit langem untersucht und bestätigt (oder hier).

Das heißt, die Teilnahme an soziale Netzwerke beruhigt und könnte Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall reduzieren. Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen zu den mit Abstand teuersten Behandlungskosten (35,2 Mrd. im Jahr 2006) in der Bundesrepublik. Das entspricht 15% der gesamten Gesundheitsausgaben. Zudem zählen diese Erkrankungen zu den Haupttodesursachen in den Industrienationen. Somit könnte durch den Einsatz von Sozialen Netzwerken das Gesundheitssystem stark entlastet werden.

Problematisch ist nur, dass sich diese Erkrankungen bei älteren Menschen anhäufen, soziale Netzwerke jedoch von jüngeren Leuten genutzt werden. Also wäre es doch Klasse, wenn die sozialen Netzwerke für ältere Menschen interessanter werden, damit sie diese nutzen. Da sich die sozialen Netzwerke aufgrund der Plattformeigenschaft im überwiegenden Teil vollständig über den Werbemarkt finanzieren, zählen für sie auf der Nutzerseite leider auch nur die werberelevante Zielgruppe der 14-bis 49- Jährigen. Somit sind die „Rentner“ für die sozialen Netzwerke uninteressanter. Tut sich hier Marktversagen auf? Dann könnten doch soziale Netzwerke finanziell durch die Gesundheitsministerien oder Krankenkassen unterstützt werden, wenn sie ihr Netzwerk seniorengerecht anpassen (größere Schrift…). Um die Nutzer wiederum zu motivieren, die sozialen Netzwerke zu nutzen, könnten die Krankenkassen Sondertarife in Abhängig der Nutzung anbieten. Je mehr Freunde oder Follower der Nutzer hat, je mehr tweets geschrieben, Bilder hochgeladen oder je mehr kommentiert wird, umso geringer werden seine Krankenkassenbeiträge. Ist ja klar, wer etwas für seine Gesundheit tut, muss weniger bezahlen.

Im Gegensatz zu dem Absenken der Stresshormone nahm der Oxytocinwert um 13,2% zu. Oxytocin wird auch als Orgasmus-, Kuschel- oder Treuehormon bezeichnet. Das Hormon macht eine Person sanftmutig, solidarisch sowie großzügig und verschafft der Person ein angenehmes Gefühl (Der Anstieg des Oxytocinwertes bei Pennenberg entspricht, nach Dr. Love, interessanterweise ähnlich dem eines Bräutigams vor und nach der Zeremonie seiner Hochzeit – die Braut und deren Mutter haben jedoch höhere Werte.). Die aktive Teilnahme an einem sozialen Netzwerk wirkt somit entsprechend dem verliebt sein einer Person.

Somit könnte man doch ein weiteres Problem in Griff bekommen – das Monster (internationale Finanzmärkte). Hat nicht die „Gier“ der „bösen“ Manager, die die internationalen Finanzinstitute leiten, angeblich die weltweite Finanzkrise, die zu einer globalen Wirtschaftskrise anwuchs ausgelöst? Da das Hormon unter anderem dazu führt, dass die Teilnehmer beim Ultimatumspiel kooperativer sind, würden doch diese Manager, wenn sie twittern oder andere soziale Netzwerke aktiv nutzen, Großzügiger und somit ihre „Gier“ reduziert werden. Also nicht globale Finanztransaktionssteuer (die nicht kommt) oder Gehaltsgrenzen für Manager sind Lösungen, um das „Monster“ in den Griff zu bekommen, sondern der flächendeckende Einsatz von sozialen Netzwerken.

Mensch so einfach kann Probleme lösen und Politik sein. Zwei wirklich schwerwiegende Probleme der aktuellen politischen Diskussion in Deutschland können ganz einfach gelöst werden. Privatsphärendiskussionen, Marktmachtprobleme oder sonstige Probleme mit sozialen Netzwerken unterschlagen wir einfach mal. Und ob es einen Überkonsum geben kann? Wird man süchtig? Egal zumindest hat jetzt jeder eine Ausrede, denn man mache doch etwas für seine Gesundheit.

Hintergrundmusik: Mia – Tanz der Moleküle

*Die Probandenanzahl von eins lässt natürlich keinerlei generalisierbare wissenschaftliche Aussage zu. Aber als Fallstudie ist das Experiment für eine kreative Ideengenerierung jedoch sehr interessant.

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