Taxi-Markt: Kurzstrecken-Fahrgäste zu Unrecht unbeliebt

Letztens habe ich mir eine Taxifahrt vom Kölner Bahnhof zu mir nachhause gegönnt – und prompt die Wut des Fahrers auf mich gezogen. Bei einer so kurzen Fahrt solle ich doch lieber die Bahn nehmen, fluchte er, jetzt müsse er sich gleich wieder hinten in die Reihe stellen. Vor meiner Fahrt hatte er schon zwei Stunden vor dem Bahnhof in der Schlange gewartet und auf solvente Kunden gehofft, die zum Ferienhaus in die Eifel wollen oder so. Doch er bekam mich: Einen Knilch mit 8-Euro-Heimweg.

Doch ist es ökonomisch klug, Kurzstrecken-Fahrgäste zu vergraulen?  Spontan würde ich sagen: Nein. Denn würden alle mit kurzen Wegen aufs Taxifahren verzichten, dann wären die Gesamteinnahmen im Markt kleiner, also auch die durchschnittlichen Einnahmen eines Fahrers. Zwar könnten sich die Fahrer sicher sein, dass sie an einer Tour gut verdienen und auch das Frustrationspotenzial beim Schlangestehen wäre kleiner. Doch insgesamt müssten sie so noch viel länger vor dem Bahnhof rumgammeln.

Diese Argumente ziehen aber nur, wenn es gerade zu viele freie Taxis und zu wenige Kunden gibt. In der Nacht und bei Regen ist es ja meistens umgekehrt. Dann wäre es für die Taxis gut, sich auf die Langstrecken-Kunden konzentrieren zu können.

496478 R B by Martin Gapa pixelio.de  300x98 Taxi Markt: Kurzstrecken Fahrgäste zu Unrecht unbeliebtDoch besser als die Kurzstrecken-Fahrgäste einzeln auszuschimpfen und zu vergraulen wäre sicher eine anreizkompatible Preisgestaltung: Nachts und bei Regen könnte man dann eine höhere Grundgebühr verlangen mit mehreren Kilometern inklusive, tagsüber und bei Sonnenschein dagegen keine Grundgebühr und kilometergenaue Abrechnung.

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