Warum wählen viele Kunden zu teure Handytarife?

Diese Frage wollten wir mit einem Labor-Experiment beantworten. Dafür haben wir 87 Studenten und Mitarbeiter der Heinrich-Heine-Universität eingeladen – und sie gebeten, mehrmals aus drei fiktiven Mobilfunktarifen die für sie kostenminimale Option zu wählen. Dabei sollten sie nicht von ihrem wahren Konsum ausgehen, sondern von einem von uns gegebenen.

In unserem Experiment stellten wir fest, dass die Probanden prinzipiell in der Lage sind, die Berechnungen anzustellen, die nötig sind, um eine optimale Wahl zu treffen. Auch die im Zusammenhang mit Mobilfunktarifen übliche Terminologie stellt keine allzu große Herausforderung dar.

Als wir die Probanden danach lyme disease medication dosage jedoch fragten, wie viele Minuten sie tatsächlich pro Monat telefonieren, konnte nur jeder fünfte von ihnen eine annähernd korrekte Antwort geben. Wir hatten sie vorher gebeten, ihre letzten drei Handyrechnungen mit ins bystolic cost without insurance Labor zu bringen. Die Mehrheit der Probanden überschätzt ihren Konsum – und das im Durchschnitt um ganze 320 Minuten pro Monat, also mehr als fünf Stunden. Da jedoch der monatliche Konsum ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl kostenminimierender Mobilfunktarife darstellt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele Konsumenten keine für sie optimalen Tarife wählen.

Basierend auf diesem Ergebnis ist es in unseren Augen wichtig auf einen weiteren Punkt hinzuweisen: Nach dem deutschen Telekommunikationsgesetz sind die deutschen Mobilfunkanbieter nicht verpflichtet, ihren Flatrate-Kunden mitzuteilen, wie viele Minuten sie im Monat telefoniert haben. Manche von ihnen verlangen sogar eine Gebühr für einen Einzelverbindungsnachweis. Die Möglichkeit, den tatsächlichen Verbrauch zu überwachen, wird somit beschnitten und folglich ist es für Konsumenten schwer, optimale Tarife zu wählen. Denn für Wenigtelefonierer sind Flatrates oft nicht die beste Wahl!

Zusätzliche Gründe für die systematische Wahl überteuerter Tarife können verzerrend wirkende Präferenzen für bestimmte Tarife sein. Im zweiten Teil unserer Studie unterschieden sich die drei zur Auswahl stehenden Mobilfunktarife jeweils in der ttsh pharmacy Finanzierung des Endgerätes. Am Beispiel des iPhones 4 zeigen wir auf, dass für das gleiche Handy bei unterschiedlichen Anbietern und Tarifen verschiedene Preise los algodones pharmacies price list gezahlt werden müssen. Die Probanden können wählen zwischen „Handy für 1 Euro“ (Endgerätesubvention mit höheren Minutenpreisen), monatlichen Ratenzahlungen und dem Sofortkauf des Handys.
Unsere Studie zeigt, dass den Teilnehmern die Endgerätesubvention oder eine monatliche Ratenzahlung deutlich lieber ist, obwohl sie in unserem Experiment auch das Geld gehabt hätten, sich für den Sofortkauf zu entscheiden. Selbst zestril on line without prescription wenn der Barwert des ganzen Angebots beim Sofortkauf billiger war als bei den anderen Tarifen, wählten die Probanden diese Option deutlich seltener.

Die Praxis zeigt, dass die Mobilfunkanbieter diese Vorlieben der Verbraucher beim Design ihrer Angebote gezielt ausnutzen: Beispielsweise bietet o2 iPhone-Tarife an, bei denen der Sofort-Kauf und der Ratenkauf gleich teuer sind – den Ratenkauf gibt es also zu einer sogenannten 0-Prozent-Finanzierung. Viele Kunden werden wahrscheinlich den lukrativ erscheinenden Ratenkauf wählen. Vergleicht man die o2-Angebote jedoch mit billigeren Angeboten bei Apple, wird schnell klar, dass o2 implizit doch einen Aufschlag für den Ratenkauf veranschlagt.

Falls Fragen zu unserem Experiment und den Ergebnissen bestehen, beantworten wir diese gerne. Unsere Kontaktdaten finden sich hier.

Share and Enjoy:
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • email link Warum wählen viele Kunden zu teure Handytarife?
  • Twitter

2 Kommentare

  1. Guter Post. Bestimt keine schlechte Sache, sich damit näher zu befassen. Ich werde auf jeden Fall die nächsten Beitraege verfolgen.

  2. Das Experiment klingt sehr interessant, ich selbst konnte auch jahrelang meinen eigenen Verbrauch nicht wirklich selbst refelektieren, was mir immer wieder eine zu hoch gefühlte Handyrechnung einbrachte. Hab deswegen auf ein Prepaid-„vertrag“ gewechselt(der hier, haben sie so etwas auch in ihrer Untersuchung berücksichtigt?). Ich kontne ein ähnliches Problem mit der Handyfinanzierung auch in meinem Bekanntenkreis sehen, die allesamt Verträge hatten oder neu abgeschlossen haben, bei denen sich im Endeffekt wesentlich mehr zahlen mussten. VOr allem auch monatlich mehr zahlen mussten. Im Großen und Ganzen denk ich aber, dass sich 0%-Finanzierungen nur die Großen leisten können, wodurch sie weiterhin ihre Marktmacht stärken. Schade eigentlich, mittlerweile gibt es viele gute Angebote. Ich hoffe sie unternehmen weitere Experimente in dieser Hinsicht.

    Grüße

    Julia

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.