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Ralf Dewenter “I heard you won the Nobel Prize”

, am 5. Oktober 2011 um 5:10

Wenn man so über den Campus der University of California, Berkeley (kurz UC Berkeley oder einfach Cal) läuft, ist so manches anders, als an anderen Universitäten. Der Campus erstreckt sich von der Innenstadt bis hinauf in die Berge, ist mit 5 km2 relativ groß und gilt als einer der schönsten des Landes. Neben einigen historischen Gebäuden, finde sich auch immer wieder modernere Bauten, unter anderem die architektonisch weniger ansprechende Evans Hall, die das Economics Department beheimatet und eher als eines der hässlicheren Gebäude gilt, oder der deutlich ansprechendere Komplex der Haas School of Business. Von einigen Punkten des Campus hat man einen wunderschönen Blick auf die San Francisco Bay, an anderen Stellen findet man immer wieder die imposanten Redwood-Bäume.

Was Cal ebenso von anderen Universitäten unterscheidet, ist die relativ hohe Zahl an Nobelpreisträgern, die die Uni bisher hervorgebracht hat: Sechzehn waren es bisher, darunter immerhin fünf Ökonomen. Und auch wenn Harvard mit insgesamt 24 Laureaten weit vorne liegt, ist Berkeley mit 5 Preisträgern zumindest im Fach Ökonomie gleich hinter Chicago (mit 10 Ökonomen und „nur“ 15 Preisträgern insgesamt) an zweiter Stelle zu nennen.

Zurzeit läuft (vom 3.10. bis 10.10.) die aktuelle Vergabe der Nobelpreise für das Jahr 2011. Nachdem am Montag der Preis für Medizin vergeben wurde, wurden am Dienstag die Preisträger im Fach Physik bekannt gegeben. Einer der Preisträger, Saul Perlmutter, lehrt und forscht an der UC Berkeley. Die Nachricht traf den Laureaten, wohl wie so oft, eher unerwartet und mitten in der Nacht. Seine acht Jahre alte Tochter Noa nahm die Nachricht kurze Zeit später eher gelassen hin und begrüßte ihren Vater angeblich mit den Worten “I heard you won the Nobel Prize”.

Nun ist der Nobelpreis ja nicht nur mit einigen direkten und indirekten finanziellen Vorteilen verbunden, sondern bedeutet vor allem weltweiten Ruhm und Renommee. Was den Preis aber (zumindest in Berkeley) besonders wertvoll macht, ist die Tatsache, dass mit dem Preis ein weiteres Recht erworben wird. Es ist den Preisträgern erlaubt, kostenlos und exklusiv bestimmte Parkplätze des Campus zu nutzen. Die sogenannten NL (Nobel Laureate) Plätze sind nur den Preisträgern vorbehalten, die sie zu jeder Zeit nutzen können. Da die Parkmöglichkeiten extrem rar sind und der Campus sich zudem über eine große Fläche erstreckt, ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Aus ökonomischer Sicht würde man sagen, dass hier die richtigen Anreize gesetzt werden.

Auch Saul Perlmutter hat dieses Privileg gleich heute in Anspruch genommen und kam zur Pressekonferenz mit dem Wagen, den er selbstverständlich auf einen NL Parkplatz abgestellt hat. Man darf nun gespannt sein, ob bis zum Montag weitere Preisträger hinzukommen, die sich die begehrten Plätze sichern.

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