Das Kölner Kölsch-Kartell

Das Kartellamt prüft zurzeit, ob und in welchem Maße Kölner Brauereien eventuell die Preise für Kölsch abgesprochen haben könnten. Auf Hinweis eines Zeugens wurden mehrere Brauereien durchsucht. Das Bundeskartellamt vermutet sowohl Absprachen der Brauereien untereinander, als auch mit dem Handel.

Die Brauereivertreter sehen dagegen keinen Anlass zu einer solchen Untersuchung und verweisen auf den harten Wettbewerb im Kölschmarkt. Ein starker Wettbewerb und sinkende Margen könnten jedoch gerade Anlass sein, Gewinne durch Kartellabsprachen zu sichern. Hinzu kommt, dass Kölsch außerhalb von Köln nicht sehr weit verbreitet ist und insgesamt nur wenige Anbieter existieren. Inwiefern die einzelnen Sorten homogen sind, ist schwer zu sagen. Der Kölsch-Trinker kann vermutlich eine Produktdifferenzierung erkennen. Klar ist jedoch, dass sich andere Biersorten geschmacklich z.T. deutlich vom Kölsch unterscheiden. Nur wenige Konsumenten werden also Kölsch durch Alt-Bier oder Pils substituieren (umgekehrt gilt allerdings dasselbe). Letzteres spricht für eine geringe Elastizität der Marktnachfrage.

Insgesamt deuten also einige Determinanten auf ein geeignetes Umfeld für die mögliche Existenz eines Kartells. Inwiefern tatsächlich Absprachen vorgenommen wurden, muss das Verfahren jedoch erst zeigen. Die Untersuchungen sollen allerdings noch einig Zeit in Anspruch nehmen. Vermutlich will man sich im Kartellamt eingehend und in aller Ruhe mit dem Thema Kölsch aus einander setzen.

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Ralf Dewenter
Ralf Dewenter
Prof. Dr. Ralf Dewenter Helmut-Schmidt-Universität Universität Holstenhofweg 85 22043 Hamburg

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