Verbot der E-Zigarette

Im Dezember letzten Jahres wurde in Nordrhein-Westfalen die sogenannte E-Zigarette verboten. NRW Gesundheitsministerin Barbara Steffens argumentierte vor allem mit den noch nicht erforschten Wirkungen einiger Inhaltsstoffe. Auch in Bayern ist der Verkauf längst untersagt. Möglich wurde das Verbot, da man die E-Zigarette in NRW als Arzneimittel und nicht als Genussmittel eingestuft hat. Das Oberverwaltungsgericht Münster ist offenbar anderer Ansicht. Das Verbot könnte damit hinfällig werden.

Der Unterschied zwischen der E-Zigarette und den üblichen Glimmstängeln liegt wohl darin, dass bei der elektrischen Version zwar eine mit Nikotin (und teilweise anderen Stoffen) angereicherte Flüssigkeit verdampft, dabei jedoch kein Tabak verbrannt wird. Viele Gifte, die durch Tabakwaren entstehen, treten hierbei also gar nicht erst auf. Welche möglicherweise schädlichen Zusätze in den Liquids stattdessen enthalten sind und durch den Konsum aufgenommen werden könnten, ist anscheinend noch nicht abschließend geklärt.

Was jedoch deutlich zu kurz kommt in der Diskussion, ist die Frage, inwiefern andere – also Nichtraucher – durch den Konsum der E-Zigarette beeinträchtigt werden. Sollte es sich bewahrheiten, dass (im Gegensatz zu üblichen Tabakprodukten) keine Gefahr durch Passivrauchen entsteht, also keine externen Effekte vorliegen, ist ein Verbot nur schwer vermittelbar. Dies ließe sich nur dann begründen, wenn tatsächlich erhebliche gesundheitliche Auswirkungen beim Raucher selbst auftreten würden und dadurch die Gesundheitskosten stark anstiegen. Diese Auswirkungen müssten jedoch noch stärker ausfallen als beim Tabakkonsum. Sollte auch das Passivrauchen der E-Zigaretten gefährlich sein, wäre dies zwar ein Argument für Rauchverbote in öffentlichen Räumen etc., jedoch nicht unbedingt für ein generelles Verbot.

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Ralf Dewenter
Ralf Dewenter
Prof. Dr. Ralf Dewenter Helmut-Schmidt-Universität Universität Holstenhofweg 85 22043 Hamburg

1 Kommentar

  1. Wie oft denn noch???
    Bitte, bitte beschäftigt Euch doch ersteinmal mit dem Thema bevor Ihr Eure Artikel schreibt.
    Es ist lange, lange bekannt, was die Liquids enthalten und wie schädlich oder nicht schädlich sie sind.
    1. Es gibt kein Passivrauchen, da nichts, (jedenfalls nichts meßbares) in die Umwelt abgegeben wird.
    2. Das einzig „giftige“ was der Dampfer zu sich nimmt, ist das Nikotin. Alles andere ist lebensmitteltechnisch freigegeben!!!
    3. Keiner wirbt mit seiner E-Zigarette zur Raucherentwöhnung.
    Es geht einfach nur darum, dass der Dampfer einfach nicht mehr die Giftstoffe zu sich nimmt, die er als Raucher in Unmengen zu sich genommen hat.
    UNSEREN POLITIKERN geht es einzig und allein um die fehlenden Steuereinnahmen und nicht um unsere Gesundheit. Sie nehmen mit ihrem Versuch die E-Zigarette zu verbieten in Kauf, dass Menschen an Krebs sterben. Scheinbar können sie das vor sich und ihren „Untertanen“ ganz gut verantworten. Viele der heutigen Dampfer werden sich in Zukunft ganz genau überlegen wen sie wählen, dessen könnt Ihr Euch gewiss sein.

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