Gema sucht neue Finanzierungsquellen

Erst wurden den Clubbesitzer höhere Gebühren in Aussicht gestellt, jetzt droht den Kindertagesstätten ein ähnliches Schicksal. Die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, will in Zukunft Geld von Kindergärten für das Kopieren von Liedtexten und Noten aus Liederbüchern verlangen. Die Mitarbeiter der Tagesstätten sollen dabei selbst dokumentieren, welche Texte kopiert und gesungen werden. Ebenso sollen Texter, Komponist und Verleger genannt werden. 500 Kopien sind dabei bereits für 56 Euro zu haben. Schulen sind nicht betroffen, da hier bereits sei einiger Zeit ein Rahmenvertrag vorliegt.

Abgesehen davon, dass das neue Geschäftsmodell der Gema etwas seltsam anmutet und Kindergärten nun für das gemeinsame Singen (bzw. das Kopieren) der Texte bezahlen sollen, hat die vorgesehene Regelung doch adverse Anreize zur Folge: Eine wahrheitsgemäße Nennung der Kopien wird wohl so in den meisten Fällen nicht erfolgen. Auch lässt sich wohl kaum nachweisen, welche Anzahl an geschützten Texten tatsächlich vervielfältigt wurde. Es sei denn, die Gema setzt in Zukunft verdeckte junge Ermittler ein, die in die Kitas eingeschleust werden und akribisch Buch führen.

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Ralf Dewenter
Ralf Dewenter
Prof. Dr. Ralf Dewenter Helmut-Schmidt-Universität Universität Holstenhofweg 85 22043 Hamburg

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