Amazon und eBay Gründer steigen ins Print- und Online-Geschäft ein – Aufbruchsstimmung in der Zeitungsbranche II

Der Amazon Chef Jeff Bezos hat sich vor einigen Wochen die renommierte Washington Post geschnappt. Auch  Pierre Omidyar, Gründer von eBay, hätte da gerne zugeschlagen. Stattdessen macht er sich jetzt auf die traditionellen Medien mit einer eignen Plattform anzugreifen. Sein Ziel ist edel: Er will Bürger aufklären und so der Demokratie dienen.

Was mit der Washington Post nicht geklappt hat, soll jetzt mit einer neuen Enthüllungsplattform umgesetzt werden. Ein kompletter Neueinstieg mit umfassendem Angebot, von Sport über Wirtschaft, Politik bis hin zu Unterhaltung. Ein riskantes Projekt, aber das gesparte Geld beim geplatzten Washington Post Deal soll komplett reinvestiert werden. Erste aufsehenerregende Maßnahme: Der Kontaktmann von Edward Snowden beim Guardian, Glenn Greenwald, soll die Redaktion aufbauen. Omidyar holt sich damit einen der Hauptakteure der NSA-Affäre ins Team.

Die Ziele der neuen Plattform sind groß: Enthüllungsjournalismus schützen und fördern, mit gut recherchierten Beiträgen einen Beitrag zur demokratischen Bildung der Bürger leisten und am Ende soll sich alles auch noch selbst finanzieren. Noch ist nicht abzusehen, wann die Plattform tatsächlich den Markt betritt, Aufmerksamkeit ist ihr aber sicher.

Der Journalismus scheint also sowohl im Internet als auch als Zeitung eine Zukunft zu haben. Zumindest setzen zwei erfolgreiche Internet-Pioniere (und Internet-Milliardäre) darauf. Es lässt sich schwer einschätzen, ob die beiden Projekte erfolgreich sein werden. Gute Voraussetzung haben beide: genügend Startkapital ist vorhanden, dazu Gründer, die wissen wie das das Geschäft im und mit dem Internet funktioniert und damit auch eine große Portion Risikobereitschaft. Für letzteres sind nur wenige in der Zeitungsbranche bekannt.

Ein gutes Zeichen also für den Journalismus und die Zeitungsbranche? Vielleicht auch nur verletzter Stolz eines erfolgreichen Geschäftsmanns über ein gescheitertes Geschäft; oder eine ausgeprägte Rivalität zwischen zwei Männer mit genügend Spielgeld. Andere investieren in Segelboote, die beiden in die Zukunft der Zeitung und des Journalismus.

Die Diskussion um das Leistungsschutzrecht in Deutschland erscheint dagegen fast unwürdig. Es gibt andere Wege, es gibt auch Leute, die diese Wege ausprobieren. Schade, dass es immer erst jemand vormachen muss und dann traut man sich auch hier etwas. Vielleicht könnte man dann sogar auf staatliche Mithilfe verzichten oder gar nicht auf die Idee kommen zusätzliche Gesetze zu fordern.

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