No-Single-Buyer-Rule für den Wettbewerb?

Die Zentralvermarktung der Bundesliga-Rechte hat schon lange für hohe Preise der Übertragungsrechte und für Monopolgewinne für die Bundesliga gesorgt. Jahrelang wurde das Kartell geduldet, wohl auch, um die Bundesliga international wettbewerbsfähig zu halten.

Um endlich für mehr Wettbewerb zu sorgen, hatte das Kartellamt letztes Jahr auf das sogenannte Alleinerwerbsverbot (No-Single-Buyer-Rule) bestanden. Nicht nur Sky, sondern mindestens ein zweiter Sender sollte in Zukunft Bundesligaspiele übertragen dürfen. In der Konsequenz überträgt nun Eurosport ab der laufenden Saison exklusiv alle Freitags- und zusätzlich noch einige Sonntags- und Montagsspiele. Statt jedoch geringere Preise zu zahlen, müssen die Fußballfans jetzt noch tiefer in die Tasche greifen, wenn sie die Spiele ihres Clubs verfolgen wollen.

Dass eine Aufteilung der Übertragungsrechte nach Spieltagen (und damit die Schaffung neuer Monopolrechte) vom Bundeskartellamt überhaupt jemals als wettbewerbsfördernd erachtet wurde, überrascht. Auf die Idee, dass Fans tatsächlich alle Spiele ihres Clubs sehen wollen, unabhängig vom übertragenden Sender, scheint man in der Wettbewerbsbehörde nicht gekommen zu sein. Mit der Aufteilung der Rechte nach Spieltagen können zwar die Einnahmen der DFL gesteigert werden, aber sicher nicht der Wettbewerb.

All das hätte das Bundeskartellamt im Vorfeld erkennen müssen. Den Wettbewerb stärkt man, indem man Substitute schafft oder erhält, und nicht mit der Gewährung neuer Monopole.

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Ralf Dewenter
Ralf Dewenter
Prof. Dr. Ralf Dewenter Helmut-Schmidt-Universität Universität Holstenhofweg 85 22043 Hamburg

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